Quelle: play3
Zitat
Das von der großen Koalition angestrebte Verbot von gewalthaltigen Videospielen (PDF, Seite 105) scheint zumindest für die nächsten vier Jahre vom Tisch zu sein. Die neue Regierung aus CDU und FDP will die Bekämpfung dieser Software nicht im Regierungsprogramm aufnehmen.
Stattdessen steht man dem Thema Video- und Computerspiele im allgemeinen eher positiv gegenüber: “Computerspiele sind ein selbstverständlicher Teil unserer Alltagskultur geworden. Deswegen soll die Entwicklung hochwertiger, kulturell und pädagogisch wertvoller Unterhaltungsmedien gefördert und der Deutsche Computerspielpreis aufgewertet werden.” (PDF, Seite 64)
Neben dem “Killerspiele”-Passus ist auch die umstrittene Internetsperre verschwunden. Heise.de meldete zuletzt, dass dieser Eingriff frühestens in einem Jahr umgesetzt werden soll.
4 8 15 16 23 42
Zitat
Nachdem zuletzt Left 4 Dead 2 (von dem später eine MA15+-Version erschien), Risen und Aliens vs. Predator auf dem australischen Index landeten, weil es in Down Under für Spiele keine Einstufung jenseits der 15 Jahre gibt, befragt die Regierung nun die braven Bürgerinnen und Bürger nach ihrer Meinung zum Einstufungssystem.
Die Australier sollen einen Fragebogen ausfüllen, der bei der Urteilsfindung helfen soll, ob das Land eine R18+-Einstufung für Erwachsene einführen soll. Für Filme existiert diese Einstufung bereits.
Auf dem Fragebogen sind ebenfalls einige Pro- und Kontra-Argumente aufgeführt, die den Bürgern bei der Entscheidung helfen sollen, etwa, dass „Spiele stärker auf uns wirken als Filme“ und dass „Kinder sie kaufen“. Demgegenüber stellt die Regierung die klare Nachricht, die ein R18+-Sticker an die Eltern sendet.
Bis zum 28. Februar können die Australier ihre Antworten einreichen.
Bis zum 31.12 darf man die noch straffrei bei der Bullerei abgebendann werden ja bald küchenmesser verboten![]()
Zitat
Mit der Annahme der Motion Allemann hat der Schweizer Ständerat in seiner Frühlingssession ein Totalverbot gewalthaltiger Spiele beschlossen.
Während das Ergebnis bei der Motion Allemann mit 19 zu 12 Stimmen knapp ausfiel, fand die Motion Hochreutner, die sich für die Einführung der PEGI-Norm ausspricht, mit 27 zu 1 Stimmen deutlich mehr Zuspruch. Der Bundesrat der Schweiz ist somit verpflicht, einen Gesetzesvorschlag anhand dieser zwei Motionen auszuarbeiten. Unklar ist bislang, wie dieser später aussehen wird.
Die Ratsmehrheit orientierte sich dabei an den Hauptargumenten des Wortführers Hermann Bürgi. Es gehe darum, ein Zeichen zu setzen. Und obwohl die Motion Allemann nicht hundertprozentig umsetzbar sei, gehe es letztendlich darum, Handlungsbedarf zu signalisieren. Verbotsgegnerin Anne Seydoux hält ein Verbot für nicht durchsetzbar, da man über das Internet weiterhin entsprechende Spiele beziehn könne und es außerdem in keinem anderen europäischen Land ein derartiges Verbot gäbe. Zu guter Letzt bestrafe man damit alle Spieler, während lediglich einige wenige - wenn überhaupt - gewalttätig würden.
Laut Bundesrätin Widmer-Schlumpf ist der Jugendmedienschutz auch weiterhin eine Sache der Kantone. Die Einrichtung einer nationalen Zertifizierungsstelle würde erstmal eine Verfassungsänderung erfordern. Daher wird man vorerst abwarten, wie sich die Kantone hier verhalten. Erst wenn man das nicht als ausreichend empfindet, würde man von Seiten des Bundes in Aktion treten. Gehör fand sie bei der kleinen Kammer allerdings nicht.
Auf Seiten von GameRights will man weiterhin an vorderster Front gegen ein Totalverbot kämpfen. Es gehe nun darum, dafür zu sorgen, dass dieses Gesetz mit Bedacht formuliert wird. Sollte das nicht möglich sein, will man in ein paar Jahren ein Referendum gegen "diese blinde Zensurpolitik" zustande bringen.
Zitat
“Mit Schrecken mussten wir zur Kenntnis nehmen, dass Sie innerhalb des letzten Monats gleich zwei Vorstöße zum Verbot von sogenannten „Killerspielen“ unternommen haben. Sowohl die Unterschriftenaktion, von der am 19.06. berichtet wurde, als auch Ihr Appell an den deutschen Bundestag stellt eine Abkehr von Ihrem Bekenntnis dar, derartig absolute Einschränkungen für Herstellung, Vertrieb und Konsum von Computer- und Videospielen mit Gewaltinhalten nicht mehr zu fordern.”
“Insgesamt vermissen wir die Sachlichkeit, die Ihr Handeln besonders im Gespräch mit dem Verband für Deutschlands Video- und Computerspieler auszeichnete. Leider aber sprechen Sie inzwischen wieder von „Killerspielen“ – ein unsachlicher Kampfbegriff, der nicht nur irreführend ist, sondern auch von nicht wenigen Spielern als beleidigend empfunden wird.”
“Wir würden uns sehr darüber freuen, demnächst positivere Aussagen von Ihnen zu hören. Wir unterstützen das Anliegen voll und ganz, die Schulen und schließlich die Gesellschaft zu einem friedlichen Ort zu machen, in dem niemand Gewalt gegen andere ausübt. Daher sind wir auch gerne zu gemeinsamen Gesprächen bereit.”
“Doch müssen wir uns zuvor energisch gegen die fortwährende Diskriminierung als Mörder und Verbrecher wehren! Wir sind friedliche Menschen, wir lehnen Gewalt ab. Wir haben lediglich ein Hobby, durch das niemand verletzt und das in allen Bereichen der Gesellschaft ausgeübt wird. Wir möchten uns dafür nicht länger rechtfertigen müssen. Die auch durch Sie vorangetriebene Vorverurteilung ist schon so weit vorangeschritten, dass einige Menschen sich bereits nicht mehr trauen, öffentlich zu ihrer Freizeitbeschäftigung zu stehen. Eine Spaltung der Gesellschaft durch ausufernde Verbotsdebatten ist jedoch genau das falsche Signal, wenn es um den Kampf gegen Gewalt geht.”